Vorschau || 07.03.2026

2026

Die diesjährige Verleihung des Göttinger Friedenspreises am 7. März ab 11 Uhr im Deutschen Theater Göttingen verspricht ein besonderes Event zu werden; immerhin wird er gleich zweifach vergeben: an den Zeitzeugen und Holocaust-Überlebenden Dr. Leon Weintraub einerseits, andererseits an das europaweit größte Antidiskriminierungsprojekt Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Die Laudatio hält Mo Asumang, bekannt aus Film, Fernsehen – und von der Spiegel-Bestsellerliste.

Der Eintritt ist kostenfrei; eine verbindliche Platzreservierung können Sie vornehmen an der Theaterkasse am Theaterplatz 11

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Seit über dreißig Jahren setzt sich Dr. Leon Weintraub gegen das Vergessen des Holocausts ein. Auf besonders erschütternde Weise ist er dafür prädestiniert: Er überlebt das Ghetto Litzmannstadt, das die Nationalsozialisten im Februar 1939 in Łódź errichten. Er entkommt dem Vernichtungslager Auschwitz, übersteht die Konzentrationslager Groß-Rosen, Flossenbürg und Natzweiler-Struthof. Der Holocaust nimmt ihm 64 Familienmitglieder. Trotz allem beteuert Weintraub, das Wort Hass existiere in seinem Wortschatz ebenso wenig wie das Wort Rache. Stattdessen setzt er auf menschlichen Austausch, Erinnerung und den gemeinsamen Weg nach vorne, nachzulesen in seinen 2022 im Göttinger Wallstein Verlag erschienenen Memoiren „Die Versöhnung mit dem Bösen. Die Geschichte eines Weiterlebens.“ Der Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Paracelsus-Medaille, der am 1. Januar stolze 100 Jahre alt geworden ist, wird zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Evamaria Loose-Weintraub erwartet.

Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wurde 1988 in Belgien gegründet und 1995 nach Deutschland gebracht. Es ist das größte Schulnetzwerk Deutschlands im Bereich Antidiskriminierung und zielt darauf ab, ein respektvolles und tolerantes Miteinander zu fördern. Schulen, die den Titel tragen möchten, verpflichten sich, aktiv gegen Rassismus, Mobbing und jede Form von Diskriminierung einzutreten. Voraussetzung ist, dass mindestens 70 % aller Menschen an der Schule – also Schüler*innen, Lehrkräfte und Mitarbeitende – diese Selbstverpflichtung unterzeichnen. Das Netzwerk bietet Workshops, Projekte und Aktionen an, die Bewusstsein schaffen und Zivilcourage stärken. So wird Schule zu einem Ort, an dem Vielfalt als Stärke erlebt und gelebt wird. Für das Projekt nehmen die langjährige Vorstandsvorsitzende Sanem Kleff und Eberhard Seidel (ehemals Geschäftsführer, inzwischen Senior Advisor des Projektes) den Preis entgegen; für ihr Engagement wurden beide 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.


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