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Die Preisträger(innen) des Göttinger Friedenspreises

1999

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Senghaas

Forschend, lehrend und publizierend hat Dieter Senghaas zur Entstehung, Entwicklung und Anerkennung der modernen Friedens- und Konfliktforschung beigetragen. In den sechziger Jahren war er einer der Mitbegründer dieses Forschungszweiges in der Bundesrepublik.

2000

Gruppe IANUS

Die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) hat seit 1988 kooperative Lösungen für technikbedingte Konflikte im Kontext von Sicherheit und Nachhaltigkeit gesucht und - mit Blick auf Politik und Öffentlichkeit – zu beachtlichen Initiativen geführt.

2001

Dr. med. Elisabeth Niemann

Als praktizierende Ärztin hat Frau Dr. Elisabeth Niemann seit vielen Jahren neben ihrer Berufstätigkeit im Rahmen der Hilfsorganisationen "Ärzte für die Dritte Welt" und "Cap Anamur" Hilfsdienste an verschiedenen Brennpunkten sozialer Not geleistet.

2002

Prof. Dr. Hans Küng

In Zeiten, in denen die Gefahren eines Kampfes der Kulturen heraufbeschworen werden, hat Prof. Dr. Küng mit großer Überzeugungskraft immer wieder zu einem Dialog der Religionen und Kulturen aufgerufen. Die Botschaft, dass kein Frieden zwischen den Menschen und Nationen entstehen kann, wenn es keinen Frieden zwischen den Kulturen und Religionen gibt, ist in der von Hass und Gewalt durchfurchten, friedlosen Welt unserer Zeit von existenzieller Relevanz.

2003

Gesellschaft für bedrohte Völker

Die Gesellschaft für bedrohte Völker setzt sich politik- und öffentlichkeitswirksam - bisweilen auch prononziert und provokant - zum Beispiel für die strafrechtliche Verfolgung von Kriegsverbrechern in Serbien, Bosnien, Kroatien und im Kosovo ein, streitet für die Wahrung der Rechte von Ureinwohner-Völkern in Freihandels -, Kooperations- und Kreditabkommen und unterstützt die Indigenen Völker in ihrem Kampf um Selbstbestimmung und die Anerkennung ihrer Ansprüche auf ihr Land und ihre Ressourcen.

2004

Abt Benedikt Lindemann

Inmitten der von blutiger Geschichte und gewaltsamem Alltag zerrissenen Stadt Jerusalem, im Zentrum des arabisch-israelischen Konfliktes haben die Mönche um Benedikt Lindemann Räume für Besinnung, Begegnung und Dialog geschaffen und leisten damit einen herausragenden und beispielhaften Beitrag zur Verständigung im Nahen Osten.

2005

Forum Ziviler Friedensdienst

Der GÖTTINGER FRIEDENSPREIS 2005 der Stiftung Dr. Roland Röhl wird dem forum Ziviler Friedensdienst (ZFD) verliehen für seine außerordentlichen Verdienste bei der konkreten Entwicklung, Einrichtung und Organisation gewaltfreier Ansätze der Konfliktbearbeitung insbesondere durch die Anwerbung, Ausbildung und Entsendung von zivilen Friedensfachkräften zur Gewaltprävention und Konflikttransformation in Krisengebieten.

2006

Int. Gärten Göttingen / Stiftung Interkultur

Die Internationalen Gärten Göttingen haben Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen durch ihr gemeinsames Schaffen und kreatives Wirken einander näher gebracht. Aus der Idee „Wurzeln schlagen in der Fremde", ist ein kommunikatives Netzwerk entstanden, das soziale Kontakte, verstehendes Kennenlernen und tätiges Miteinander befördert und hilft, Probleme zu lösen und Konflikte zu mindern. Ihr wichtigster Förderer ist die Stiftung Interkultur, die vor drei Jahren von der Münchner Forschungsgesellschaft anstiftung gegründet wurde mit der Zielsetzung, „interkulturelle Gartenprojekte zu fördern, zu vernetzen und zu beraten".

2007

BI FREIe HEIDe

Die Bürgerinitiative FREIe HEIDe zeigt in beeindruckender Weise, wie praktischer Einsatz für den Frieden in der Welt ganz konkret aussehen kann. Mit ihren gewaltfreien und kreativen Aktivitäten tritt sie immer wieder an die Öffentlichkeit, ermutigt die Menschen zu politischer Meinungsäußerung und zum Einklagen demokratischer Grundrechte. Sie streitet in konstruktiver Weise für eine Kultur des Friedens und für den Frieden mit der Natur, um die Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg nicht wieder - wie schon zu Zeiten der Sowjetunion - dem zerstörerischen Zugriff durch militärische Übungen und Bombenabwürfe auszusetzen.

2008

Prof. Egon Bahr

Egon Bahr war in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Vordenker und Architekt der Ost-, Entspannungs- und Friedenspolitik Willy Brandts gewesen. Als Baumeister der Ostverträge hat der SPD-Politiker den Grundstein zur Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ zwischen dem Ostblock und der westlichen Welt gelegt.

2009

Andreas Zumach

Zumach gehört zu jenen, die unermüdlich und unerschrocken für die Menschenrechte eintreten. Und dies nicht nur, wie man heute sagt, im Sinne eines idealistischen Gutmenschen, sondern im Sinne eines Kämpfers, der Ross und Reiter nennt. Er ist ein unbequemer Mensch. Er steht für Prävention, Deeskalation und Zivile Konfliktbearbeitung, sowie für die Aufdeckung realer Zusammenhänge. Er ist jemand, der die Schleier der Legitimationsideologien zu zerreissen versucht.

2010

PRO ASYL

PRO ASYL setzt sich dafür ein, dass Menschen, die durch Kriege, Verfolgungen, Gewalt und elende Existenzbedingungen aus ihrer Heimat vertrieben werden, in Europa Schutz finden. Mit der Aktion „Stoppt das Sterben“ hat PRO ASYL auf die dramatische Flüchtlingssituation an den Grenzen der Europäischen Union aufmerksam gemacht.

2011

Friedensinitiative „Ohne Rüstung Leben e.V.“                                               „Fachgruppe Rüstungsexporte“ der „Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung“

Die praktische Arbeit von „Ohne Rüstung Leben e.V.“ gründet ebenso wie die wissenschaftliche Arbeit  der „GKKE-Fachgruppe Rüstungsexporte“ auf der Einsicht, dass Rüstungsproduktion und Rüstungsexporte keine politischen Probleme lösen, weil sie deren Ursachen nicht beseitigen. Rüstung und Waffengewalt  böten letztlich keinen Schutz, sondern stellten eine Bedrohung für alle Menschen dar. Wo durch Rüstung und Waffengewalt bedroht oder zerstört werde, was verteidigt und geschützt werden sollte, sei die Sinnlosigkeit der Anwendung von Waffengewalt offenkundig.

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