Nachruf auf Prof. Dr. Andreas Buro Der Bürgerrechtler und Politikwissenschaftler Prof. em. Dr. Andreas Buro ist mit dem Göttinger Friedenspreis 2013 ausgezeichnet worden. Mit dem Preis wurde sein jahrzehntelanges, außergewöhnliches Wirken für Frieden und die Verwirklichung der Menschenrechte gewürdigt.Buro hat die Geschichte der Deutschen Friedensbewegung entscheidend geprägt. Sein wohl wichtigster Beitrag zur Friedensforschung war die Entwicklung der Zivilen Konfliktbearbeitung als Alternative zu Militäreinsätzen. Andreas Buro hat sich nicht nur gegen Krieg und Menschenrechtsverletzungen, sondern immer auch mit konstruktiven Vorschlägen für Frieden und Menschenwürde, für die Zivilisierung der Verhältnisse und Verhaltensweisen eingesetzt. Ihm gelingt der oft schwierige Balance-Akt zwischen auf Versöhnung zielender Friedensarbeit und dem streitbaren Menschenrechtskampf. Als Mitbegründer und friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte hat er einer wichtigen Strömung der linken Opposition in Deutschland Gehör und Gesicht verliehen.Professorin Dr. Hanne-Margret Birckenbach sagte in ihrer Laudatio, Buro ermahne und ermutige dazu,  Schritt für Schritt und fallbezogen das Konzept der  Zivilen Konfliktbearbeitung zu denken, zu erproben und durchzusetzen, um dem Krieg eine seiner Grundlagen zu entziehen – nämlich den Glauben, es gäbe keine Alternative.Andreas Buro ging in seiner Rede auch auf den vom Bundestag in der vergangenen Woche beschlossenen Mali-Einsatz der Bundeswehr ein. „Noch immer oder wieder greifen die Legitimationsideologien vom Gerechten Krieg und der Humanitären Intervention. Sie haben eine hohe Bedeutung für die Zustimmung zu militärgestützter Politik in der Gesellschaft, weil sie diese als human darstellen und damit der Kritik entziehen. Deshalb erscheint die Gewaltanwendung mit ihren zynisch als Kollateralschäden bezeichneten Leiden und Zerstörungen gerechtfertigt und alternativlos. Im geschichtlichen Rückblick fällt es bei genauerem Hinsehen schwer, auch nur einen Krieg zu erkennen, der den Kriterien des „gerechten Krieges“ entsprochen hätte.“Dokumente der Veranstaltung: