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GÖTTINGER FRIEDENSPREIS 2009
der Stiftung Dr. Roland Röhl
In Würdigung seiner herausragenden kenntnisreichen Berichterstattungen, Publikationen und kritischen Analysen zur deutschen Außenpolitik und zu den internationalen Entwicklungen insbesondere des Völkerrechts, der Sicherheitspolitik, der Rüstungskontrolle und der multilateralen Institutionen wird der Journalist und Publizist ANDREAS ZUMACH mit dem „Göttinger Friedenspreis“ 2009 der Stiftung Dr. Roland Röhl ausgezeichnet.
Der Preisträger gehört seit über zwanzig Jahren zu dem Kreis internationaler Korrespondenten auf dem Gebiet der Friedens- und Sicherheitspolitik, auf dessen publizistisches Urteil sich die demokratische Öffentlichkeit nicht nur im deutschsprachigen Raum unbedingt und jederzeit verlassen kann.
Unbestechlich im Urteilsvermögen, mutig im Umgang mit brisanten Themen und oft unbequem in seinen Analysen hat sich Andreas Zumach seit den 1980er Jahren den komplexen Zusammenhängen von Krieg und Frieden, Rüstungsdynamiken und ihrer Kontrolle sowie der internationalen Ordnung bzw. -unordnung und den sie bestimmenden Interessen- und Machtverhältnissen gewidmet.
In den 1970er Jahren galt sein Engagement den Problemen der Menschen in der damals noch so genannten Dritten Welt, vor allem im südlichen Afrika. Während der großen Debatten um die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen in den 1980er Jahren, der letzten heißen Phase des Kalten Krieges, wirkte er selbst als Friedensaktivist an der Aufklärung und Mobilisierung der westdeutschen Öffentlichkeit mit: Mit Geschick, Verhandlungstalent und Überzeugungskraft, zuweilen auch mit List, verhalf er als Sprecher des bundesweiten Koordinierungsausschusses der Friedensbewegung erfolgreich zu Gehör. Er arbeitete 1981 bis 1987 bei Aktion Sühnezeichen/Friedensdienst, und war Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission beim SPD-Parteivorstand.
Seit über zwei Jahrzehnten nun ist seine exzellent kritische Berichterstattung aus dem Genfer Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der Vereinten Nationen nicht mehr wegzudenken – aus den Printmedien, vor allem der taz, deren Exklusiv-Korrespondent Andreas Zumach ist, aus den einschlägigen Rundfunk- und Nachrichtensendungen, dem WDR, dem Weltspiegel, dem Presseclub, bei Phoenix und ntv. Aber auch als Referent bei den Qualifizierungen des Zivilen Friedensdienstes, als streitbarer Diskutant auf den Podien der Hauptstadt oder den Akademien auf dem Lande. Seine oft provokanten, zuweilen bissigen Artikel füllen inzwischen ein beachtliches online-Archiv, in dem die letzten Jahre internationaler Politik und ihrer Verfehlungen wie im Brennglas reflektiert werden und zu lesen sind.
Die tiefe Sorge darüber, dass der Irak-Krieg und die aggressive Anti-Terror-Politik der US-Administration unter George W. Bush den Mittleren Osten in einen gefährlichen Brandherd für die Welt verwandelt hat und dem Völkerrecht durch die US-Präventivdoktrin schwerster Schaden zugefügt wurde, hat Andreas Zumach wie andere erfüllt und zu besonderen Recherchen und publizistischen Leistungen angespornt. Seine Buchveröffentlichungen, „Irak – Chronik eines gewollten Krieges“ und „Die kommenden Kriege. Ressourcen, Menschenrechte, Machtgewinn – Präventivkrieg als Dauerzustand?“ legen den Finger auf die Wunden westlicher Doppelmoral. Zumachs Hauptaugenmerk gilt dem Bemühen, die militärischen Instrumente in der internationalen Politik zu diskreditieren, und die Rolle der Vereinten Nationen und multilaterales Handeln im Angesicht globaler Herausforderungen neu zu justieren.
Andreas Zumach ist mit allen wichtigen Instrumenten und Eigenschaften eines investigativen Friedensjournalisten ausgestattet: Kreativem Engagement, guten Netzwerken, scharfem Geist, Feder und Zunge und dem richtigen ethischen Kompass. Für seine Verdienste um die Sensibilisierung einer kritischen Friedensöffentlichkeit, durch solide Enthüllungsarbeit und kritische Analysen, seit nunmehr über zweieinhalb Jahrzehnten wird ihm in diesem Jahr zu Recht der Göttinger Friedenspreis verliehen, der von dem Friedensjournalisten Roland Röhl gestiftet wurde.
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