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DER GÖTTINGER FRIEDENSPREIS 2007
der Stiftung Dr. Roland Röhl
wird der Bürgerinitiative FREIe HEIDe Kyritz-Wittstock-Ruppin zum einen für ihr langjähriges, unermüdliches Sich-zur-Wehr-setzen gegen die von Bundeswehr und NATO beabsichtigte Einrichtung eines Luft-Boden-Schießplatzes verliehen. Zum andern soll die Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2007 die Arbeit der Bürgerinitiative FREIe HEIDe auch dafür würdigen, dass sich die Aktivitäten nicht auf den Protest gegen das geplante „Bombodrom“ beschränken, sondern dass sie mit konsequentem Engagement für die friedliche Nutzung dieses Naturgebietes durch einen sanften Tourismus eintritt und bereits eine Vielzahl konkreter, wohlüberlegter Vorschläge entwickelte.
Die Bürgerinitiative FREIe HEIDe zeigt in beeindruckender Weise, wie praktischer Einsatz für den Frieden in der Welt ganz konkret aussehen kann. Mit ihren gewaltfreien und kreativen Aktivitäten tritt sie immer wieder an die Öffentlichkeit, ermutigt die Menschen zu politischer Meinungsäußerung und zum Einklagen demokratischer Grundrechte. Sie streitet in konstruktiver Weise für eine Kultur des Friedens und für den Frieden mit der Natur, um die Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg nicht wieder - wie schon zu Zeiten der Sowjetunion - dem zerstörerischen Zugriff durch militärische Übungen und Bombenabwürfe auszusetzen.
Besonders überzeugend ist die Einbindung der lokalen Protestaktionen in einen globalen Problem- und Sinnzusammenhang. Kritisch hinterfragt werden die militärischen Bombenabwurfübungen, weil sie alten Denkmustern und überholten Sicherheitsstrategien aus den längst vergangenen Zeiten des Kalten Krieges und der damaligen Hochrüstung entstammen.
Die FREIe HEIDe ist in der Region ein sichtbares und seit vielen Jahren aktives Zeichen dafür, dass Bürgerinnen und Bürger mit großem Engagement und viel Phantasie für den Frieden als wichtigste Grundlage unseres Zusammenlebens eintreten. Von diesem beispielhaften Engagement zeugt das vielfältige Spektrum der Öffentlichkeitsarbeit. Mit Protestwanderungen, Brief- und Unterschriftenaktionen, Künstlerprojekten, Expertenbefragungen, Politikereinladungen, Protestpetitionen und Medieninformationen wurde immer wieder für die friedliche Zielsetzung und gegen die militärische Vereinnahmung geworben. Eine breite Öffentlichkeit, namhafte Persönlichkeiten und drei Landtage stehen hinter den Zielen und Aktionen der Bürger- und Friedensinitiative, die außerdem einen positiven Gerichtsbeschluss erwirken konnte.
Anerkannt werden sollen nicht nur die großen Verdienste der Initiatorinnen und Initiatorinnen sowie der Organisatorinnen und Organisatoren der Bürgerbewegung, sondern auch der lange Atem vieler Bürgerinnen und Bürger, die die Initiative über mehr als 13 Jahre durch ihre Unterstützung getragen haben.
Es ist zu wünschen, dass die Verleihung des Göttinger Friedenspreises 2007 der Bürger- und Friedensinitiative FREIe HEIDe eine intensivierte Unterstützung ihrer Ziele durch eine noch breitere, überregionale Öffentlichkeit bringt, damit die Bundesregierung und das Verteidigungsministerium ihre widersinnige Entscheidung, einen Bombenabwurfplatz inmitten einer Freizeit-, Urlaubs- und Naturlandschaft in Kürze in Betrieb zu nehmen, überdenken und korrigieren.
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