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GÖTTINGER FRIEDENSPREIS 2006 der Stiftung Dr. Roland Röhl

Die Internationalen Gärten Göttingen haben Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen durch ihr gemeinsames Schaffen und kreatives Wirken einander näher gebracht. Sie wurden vor zehn Jahren von Flüchtlingsfrauen aus Bosnien und anderen Ländern zusammen mit deutschen Frauen als Projekt ins Leben gerufen - aktiv und kenntnisreich unterstützt durch den deutsch-äthiopischen Diplom-Agraringenieur Tassew Shimeles.

Heute bauen in den fünf Göttinger Gärten 300 Menschen aus 20 Ländern, Flüchtlinge und Migranten, zusammen mit deutschen Nachbarn gemeinsam Blumen, Obst und Gemüse sowie Kräuter an. Aus der Idee  Wurzeln schlagen in der Fremde" und  neuen Boden unter den Füßen zu gewinnen", ist ein kommunikatives Netzwerk entstanden, das soziale Kontakte, verstehendes Kennenlernen und tätiges Miteinander befördert und hilft, Probleme zu lösen und Konflikte zu mindern. Die Göttinger Gärten sind zu internationalen Treffpunkten lebendiger Integration geworden.

Die gemeinsame Arbeit hat nachhaltige Formen des konstruktiven Zusammenlebens geschaffen, die zur tragfähigen Grundlage des interkulturellen Austausches geworden sind. Hier wird Völkerverständigung nicht nur propagiert sondern gelebt. Die Gärten begründen - bei allen bleibenden Unterschieden - auch eine gemeinsame Identität der in ihnen arbeitenden Menschen.

Die inzwischen bundesweit bekannte und anerkannte Initiative ist vorbildlich: Als Mutter- und Modell-Projekt haben die Internationalen Gärten Göttingen nicht nur in Deutschland viele Interessenten und Nachahmer gefunden. Ihr wichtigster Förderer ist die Stiftung Interkultur, die vor drei Jahren von der Münchner Forschungsgesellschaft anstiftung gegründet wurde mit der Zielsetzung,  interkulturelle Gartenprojekte zu fördern, zu vernetzen und zu beraten".

Die Internationalen Gärten Göttingen und die Stiftung Interkultur sind ein herausragendes Beispiel für gelungene Kooperation zivilgesellschaftlicher Initiativen und Institutionen. Sie ermöglichen den Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen einen gemeinsamen praktischen Einsatz für den Frieden - und dies mit beeindruckendem und weithin ausstrahlendem Erfolg.

 Laudatio - Rede der Preisträger

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