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In Würdigung ihrer innovativen Leistungen auf dem Gebiet fächerübergreifender und praxisorienter Friedenswissenschaft in der Bundesrepublik
wird die
Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS)
der Technischen Universität Darmstadt
mit dem "Göttinger Friedenspreis" des Jahres 2000 ausgezeichnet.
Hervorgegangen aus den friedenspolitischen Auseinandersetzungen und sicherheitspolitischen Neuorientierungen der achtziger Jahre hat sich mit der Interdisziplinären Arbeitsgruppe Naturwissenschaft, Technik und Sicherheit (IANUS) seit 1988 ein für die deutsche Wissenschaftslandschaft neuer und ungewöhnlicher Arbeitszusammenhang naturwissenschaftlich-technisch fundierter, militärkritischer Expertise etabliert.
Die Zielsetzung von IANUS, kooperative Lösungen für technikbedingte Konflikte im Kontext von Sicherheit und Nachhaltigkeit zu suchen, hat zu einer in Forschung und Lehre innovativen Projektarbeit und - mit Blick auf Politik und Öffentlichkeit - zu beachtlichen Initiativen geführt.
In der Gründungsphase konzentrierte sich IANUS auf naturwissenschaftlich begründete Beiträge zu Fragen der Rüstungskontrolle, Nichtweiterverbreitung und Abrüstung vorwiegend bei atomaren und biologischen Waffen. Hinzu traten allgemeinere Untersuchungen der bestimmenden Faktoren der Rüstungsdynamik, die Problematik der zivil-militärischen Ambivalenz von Wissenschaft und Technik, mathematische Modellierungen bis hin zur Suche nach Formen einer verantwortungsvollen Energieversorgung in der Zukunft.
Mit ihrem zunächst naturwissenschaftlich-technischen Ausgangspunkt hat IANUS wesentliche fach- und themenspezifische sowie Fragen der ethischen Urteilsbildung betreffende Impulse für die transdisziplinären Perspektiven und die Professionalisierung der vorwiegend sozialwissenschaftlich geprägten Friedens- und Konfliktforschung sowie der Technikfolgenforschung gegeben.
Die Wirksamkeit der IANUS-Arbeit hat ihren Ort in vielfältigen in- und ausländischen Kooperationen gefunden, in der fachlichen Beratung nationaler und internationaler politischer und parlamentarischer Gremien der Rüstungskontrolle und Technikfolgenabschätzung, als kritische Medienressource sowie bei der Entwicklung politischer Initiativen, beispielsweise zum Abbau und zur Begrenzung von Nuklearwaffen, zur Verifikation der Biowaffenkonvention, bei der Abrüstung und Konversion von Raketentechnologien und Weltraumwaffen.
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