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Stiftung Dr. Roland Röhl
Neues Rathaus - 37070 Göttingen
Presseinformation
Göttingen, 06.03.2010. Die Menschenrechtsorganisation PRO ASYL ist am Sonnabend für ihre Kampagne "Stoppt das Sterben" mit dem Göttinger Friedenspreises 2010 der Stiftung Dr. Roland Röhl ausgezeichnet worden.
| PRO ASYL setze sich dafür ein, dass Menschen, die durch Kriege, Verfolgungen, Gewalt und elende Existenzbedingungen aus ihrer Heimat vertrieben werden, in Europa Schutz finden. Mit der Verleihung des Göttinger Friedenspreises werde nicht nur die höchst professionelle, seriöse und effektive Arbeit von PRO ASYL gewürdigt, sondern auch das große Engagement der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation und nicht zuletzt die selbstlose Unterstützung durch die über 14 000 Mitglieder des | |  | Fördervereins sowie dessen Spender und Sponsoren, heisst es in der Verleihungsurkunde.
Immer häufiger würden Flüchtlinge im Rahmen der so genannten Zuständigkeitsverordnung Dublin II ohne Prüfung ihres Asylbegehrens in das EU-Land zurückgeschoben, über das sie eingereist sind. Auf Familienbindungen oder humanitäre Verpflichtungen werde dabei selbst bei Jugendlichen zumeist keine Rücksicht genommen. In einigen Grenzländern der EU seien seit Jahren gravierende Menschenrechtsverletzungen bis hin zu schweren Misshandlungen zu verzeichnen.
"Der Göttinger Friedenspreis 2010 möge dazu beitragen, die verdienstvolle Arbeit von PRO ASYL in der Öffentlichkeit noch bekannter und seinen Einfluss auf die Politik noch relevanter zu machen. Flüchtlingsrechte sind Menschenrechte - ihre Förderung und Einhaltung dienen einem auf gemeinsamer Verantwortung basierenden Sicherheitsverständnis und der Schaffung friedlicher und humaner Lebensbedingungen."
Günter Burkhardt, Geschäftsführer von PRO ASYL, dankte für die Verleihung des Friedenspreises im Namen der Organisation, der 14.000 Mitglieder des Fördervereins PRO ASYL und vor allem im Namen der vielen Flüchtlinge, die in Europa Schutz suchen. Tausende Flüchtlingskinder zum Beispiel aus dem krisengeschüttelten Afghanistan stranden in Griechenland und werden dort unter katastrophalen Bedingungen inhaftiert oder in Obdachlosigkeit sich selbst überlassen. "Wer mit dem Finger auf Griechenland zeigt, muss wissen: Vier Finger der ausgestreckten Hand zeigen zurück auf die Regierungen Europas", so Günter Burkhardt in seiner Dankesrede, "dort liegt der Schlüssel für ein Europa, das auf den Menschenrechten basiert - diese sind universell, unteilbar, unveräußerlich."
Das Preisgeld soll den tunesischen Fischern zugute kommen, die 2007 44 Bootsflüchtlinge aus Seenot retteten und dafür von einem italienischen Gericht zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt wurden. "Diese Menschen werden dafür bestraft, dass sie Leben gerettet haben", sagte Günter Burkhardt, "während Europa dem Sterben einfach zusieht."
| Der Göttinger Friedenspreis ist mit 3000 Euro dotiert. Stifter war der Göttinger Wissenschaftsjournalist Dr. Roland Röhl. Röhl war am 24. Dezember 1997 an Krebs gestorben, er hatte in seinem Testament verfügt, daß sein Nachlaß für die Bildung des Stiftungsvermögens verwendet wird. Der promovierte Chemiker befaßte sich als Journalist vor allem mit Fragen der Sicherheitspolitik sowie der Konflikt- und Friedensforschung. | |  |
Kontakt:
Klaus Riechel
0551/541326
riechel@goettinger-friedenspreis.de |